Exkursion zur Glashütte "Alte Kirche" in Lohberg und zur Glasschmiede im Berggasthof Gibacht

 

Besuch der Glashütte „Alte Kirche“ in Lohberg, Führung durch Herrn Hödl, Vortrag von Herrn Dr. Braun über die Glasstraße, anschließend Besuch des Berghofes Gibacht und der dortigen Glasschmiede von Herrn Wenzel

„Glas ist Fantasie“

 

Am vergangenen Samstag, den 15. März 2014, hatte die Akademie für Natur und Industriekultur Ostbayern-Böhmen zu einer weiteren Veranstaltung ihres aktuellen Jahresthemas „Glas“ geladen. Während einer ganztägigen Exkursion wandelten die Teilnehmer auf „gläsernen Pfaden“: Zunächst wurde die Glashütte „Alte Kirche“ in Lohberg besichtigt. Die Anwesenden erhielten als Einleitung in die Thematik einen Vortrag von Herrn Dr. Braun vom Tourismusverband Ostbayern, der einen interessanten und grundlegenden Einblick in die über 700jährige Geschichte sowie Entwicklung der Regionen an der Glasstraße bot. Diese Straße wurde 1997 offiziell von Altbundeskanzler Helmut Kohl eröffnet und führt von Neustadt an der Waldnaab durch den Oberpfälzer Wald und den Bayerischen Wald bis nach Passau. Sie ist in Ostbayern mit circa 250 Kilometern als eine der schönsten Ferienstraßen Deutschlands zu bezeichnen.

Herr Hubert Hödl, der Besitzer der Lohberger Glasbläserei, führte dann die praktische Seite des Metiers vor. Vor aller Augen fertigte er einige Stücke aus Glas, um so einen einmaligen und wertvollen Blick in dieses alteingesessene und fantasievolle Handwerk zu bieten. Herr Hödl hatte die Glashütte, die sich in einer alten Rokokokirche befindet, im Jahr 2007 von dem bekannten Glaskünstler Theodor Sellner übernommen und führt diese nun mit viel Herzblut und viel Liebe zu diesem traditionellen Handwerk weiter.

Als zweite und letzte Station stattete man der Glasschmiede im Berghof Gibacht/Waldmünchen einen Besuch ab. Nach einer Mittagspause erläuterte der Besitzer der Glasschmiede und des dazugehörigen Gasthofes Herr Ralph Wenzel den Besuchern seine Experimente auf dem Gebiet des Glasgusses. Wenzel gelang es, zusätzliche Bestandteile wie zum Beispiel Selen dem Glas so geschickt beizumengen, dass seine Glaskörper gelegentlich den Eindruck eines fossilen Abdruckes erwecken. Doch sein Interesse gilt nicht nur dem Glasguss, sondern auch dem Glasschmuck. Als gebürtiger Neu-Gablonzer wurde ihm die Liebe zu Glasperlen sozusagen in die Wiege gelegt, und das ist jedem seiner Schmuckstücke anzumerken.

Die Akademie für Natur und Industriekultur bedankt sich bei allen Teilnehmern und Mitwirkenden und möchte allen Interessierten an dieser gläsernen Materie die beiden Stationen an der Glasstraße wärmstens empfehlen.