Max Bögl Wind AG und OTH Regensburg – Top-Player der Energiewende

„Wir stehen erst am Anfang der Energiewende“ – mit dieser Aussage erstaunte Prof. Dr.-Ing. Oliver Brückl, OTH Regensburg, während seiner Ausführungen beim Themennachmittag der Akademie Ostbayern-Böhmen am 21.09.2018 die große Besuchergruppe. Diese war zu Gast bei der Max Bögl Wind AG in Sengenthal und informierte sich an diesem bayerischen Innovationszentrum über Ideen und Produkte zur Energiewende.

 

Bei der Präsentation des 1929 gegründeten Familienunternehmens durch Öffentlichkeitsreferent Werner Vorkauf wurden Firmenphilosophie, Produktpalette und innovative Produktionsmethoden vorgestellt. Schwerpunkt dabei Produkte zur Energiewende. Markenzeichen sind die gigantischen Windkraftanlagen wie der ‚Hybridturm System Max Bögl‘, im unteren Teil aus Betonsegmenten und im oberen aus Stahlteilen zusammengesetzt. Geliefert werde die Anlage im Komplettangebot, bestehend aus Infrastruktur, Fundament, Produkt, Inneneinbau und Turmmontage.

 

Die Besonderheit dabei sei die weltweit mögliche Produktion vor Ort in einer automatisierten Produktionskette, wie kaufmännischer Leiter Jürgen Joos erläuterte. Mehr als 1850 Türme seien bisher installiert mit einer Leistung von über 4500 MW. Um fluktuierende Stromerzeugung speichern zu können, wurde ein Naturstromspeicher, die sog. Wasserbatterie, konzipiert. Eine Windkraftanlage wird hier mit einem kleinen Pumpspeicherwerk kombiniert, so dass ein leistungsfähiger Kurzzeitspeicher entsteht. Mit solchen innovativen Produkten wird an der Sicherung der künftigen Energieversorgung gearbeitet, „damit auf unterer Netzebene der richtige Mix an richtiger Stelle“ eingesetzt werden könne.

 

Hier setzte Prof. Dr.-Ing. Oliver Brückl von der OTH Regensburg an, der auf den gestiegenen Anteil der  erneuerbaren Energien hinwies und die daraus folgenden Probleme durch die verschobenen Spannungsebenen in der Stromversorgung. Hier stellten sich neue Herausforderungen für Versorgungsqualität bzw. -sicherheit, Servicequalität und vor allem Systemstabilität. „Dafür ist ein Netzausbau nötig. Es gibt keine technisch-wirtschaftlich sinnvolle Alternative dazu“, so Prof. Brückl, wissenschaftlicher Leiter des Regensburg Center of Energy and Resources, denn der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands stütze sich vor allem auch auf die Energiesicherheit.

Die OTH Regensburg sei deshalb beauftragt zur Lösungsentwicklungen zur Energiewende. In dieser komplexen Gemengelage müsse man sich orientieren an dem, was für den Stromkunden am wichtigsten sei, wobei bisweilen auch Unangenehmes erklärt werden müsse. Mit ihren Projekten im Energiebereich nehme die OTH Regensburg derzeit einen Spitzenplatz in Deutschland bei der Gestaltung der Energiewende ein.

 

Eine abschließende Rundfahrt im weitläufigen Firmengelände führte zu Baumustern von Windtürmen  und Magnetschwebebahnen und zu den Lagerplätzen von Bauteilen der nächsten Windkraftanlagen, Brücken und Gebäude und bot der Teilnehmergruppe einen Überblick über die extrem innovativen Arbeit der Firmengruppe Bögl.

 

Weitere Informationen:

http://forschung-stromnetze.info/projekte/neues-blindleistungsmanagement-fuer-verteilnetze/   

https://ront.info/category/news/

https://ront.info/category/news/   Thema Blackout

https://www.fenes.net/

https://www.energiezukunft.eu/meinung/nachgefragt/zu-viel-blindleistung-an-den-falschen-orten/  

www.zukunftsnetz.net/fileadmin/files/zukunftsnetz/2018 Konferenz Programm - zukünftige Stromnetze

 

Medien-Echo